Löwensche Sammlung

Sammlungsbestände

Zu den wertvollen Einzelstücken der Sammlung zählt ein seltenes Globenpaar aus der Werkstatt Gerhard und Leonhard Valk aus dem Jahre 1715. Vor einigen Jahren erfolgte eine unbedingt notwendige Restaurierung der beiden Globen. Dank der großzügigen Spende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in Höhe von 22.000 Euro, konnte das aufwändige Projekt realisiert werden.

Eine Besonderheit der Löwenschen Sammlung stellt der umfangreiche Bestand an nautischen und astronomischen Instrumenten dar. Darunter sind Stücke aus den Werkstätten bekannter Meister wie Jost Bürgi (um 1609), Heinrich Stolle (um 1620), Wolfgang Prenner (um 1650) oder Tobias Klieber (1578). Außerdem gehören dazu Auszugsfernrohre mit einer Länge von bis zu 6,20 Meter aus der Zeit um 1700, Tisch-Spiegelteleskope, Sonnenuhren, Visierinstrumente, Oktanten, Kompasse und vieles andere mehr. Die Schaustücke sind neben ihrer praktischen Verwendung zugleich auch kleine Kunstwerke. Zum Teil kostbares oder ungewöhnliches Material – wie Rochenhaut als Bezug für Fernrohre oder fein gearbeitete Verzierungen und Gravuren – lassen dies erahnen.

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Geschichte

Den Grundstock für die großartige Sammlung von Kunstschätzen des Museums legte im 18. Jahrhundert der ehemalige Schwedische Generalgouverneur für Pommern, Axel Graf von Löwen.

Löwen wurde 1748 vom schwedischen Reichsrat für diese Funktion ausgewählt und unterhielt seine Residenz in Stralsund. Unter Carl XII. von Schweden wurde Löwen nicht nur ein erfolgreicher Militär, sondern er war auch ein Feingeist seiner Zeit, dessen Interessen zeitlebens der Wissenschaft und Militärtechnik ebenso wie der Kunst und Literatur galten.

Am 16. April 1761 verfasste Axel Graf von Löwen sein Testament, mit dem er "dieser guten Stadt" all seine zusammengetragenen Kostbarkeiten zur Stiftung eines immerwährenden Gedächtnisses vermachte. Die Hansestädter erhielten von ihrem Gönner einen wahrhaftigen Schatz – sehr zum Verdruss der adligen Familie des Erblassers.

Neben bibliophilen Kostbarkeiten, Gemälden, Grafiken und Kleinodien zählten ebenso Münzen, Medaillen, Porzellane, Fayencen und Waffen dazu. Löwen war ein brillanter Kunstkenner und hatte in seinem langen, nicht immer erfolgsverwöhnten Leben, unzählige Besonderheiten zusammengetragen. Eine spezielle Sammelleidenschaft hatte der hochrangige Militär dabei für optische, nautische und astronomische Instrumente entwickelt.

Mit der Schenkung verband Löwen jedoch zugleich die Auflage an die Stadt, all die von ihm zusammengetragenen Kunstwerke und Objekte auch öffentlich zu präsentieren. Dafür auserkoren hatte er den großen Rathaussaal. Den Raum sollte die ihm zu größtem Dank verpflichtete Stadt für die Ausstellung der Sammlung zur Verfügung stellen. Dass dies auch tatsächlich geschah, daran erinnert noch heute der Löwensche Saal im Stralsunder Rathaus.

Die wundervolle und vielschichtige Sammlung erfreute die Öffentlichkeit zunächst nur für eine begrenzte Zeit. So gab es bereits 1797 durch den Bevollmächtigten Kammerherrn und Capitän bei der Königlichen Leibgarde, Carl Collberg, das Ansinnen, dass der Rat die Löwensche Sammlung aus dem Saal entfernen solle. Dabei stellte er zugleich ihren Wert in Frage und führte an, Reisende würden sich über die Stadt und ihre Ausstellung lustig machen.

Auch Löwens Erben versuchten ein um das andere Mal dessen Vermächtnis zu unterlaufen. Jedoch ohne Erfolg. Die Stadt wiederum gewährte Anfragen zur Ausleihe einzelner Sammlungsobjekte. Jedoch nahm man es damals mit der Rückgabe nicht so genau. So kamen zu den bereits bestehenden Verlusten aus Kriegs-, Belagerungs- und Besetzungszeiten weitere hinzu.

Ab 1848 sollte die Löwensche Sammlung dann für Jahre auf dem Dachboden des Rathauses verschwinden. Im Gegensatz zur prachtvollen Löwenschen Bibliothek – die in der Ratsbibliothek aufging – schlummerten die anderen Löwenschen Schätze bis 1858 im Verborgenen.

Das 1858 in Stralsund gegründete Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen besaß mit der Löwenschen Sammlung einen profunden Grundstock für die Ausstellungen. Jedoch wird angenommen, dass weiterhin ein Großteil der Exponate im Magazin bzw. auf dem Dachboden des Rathauses verblieb.

1928 jährte sich die Abwehr der Wallensteinschen Truppen durch die Stralsunder zum 300. Mal. Das Museum initiierte aus diesem Anlass eine Sonderausstellung, bei der auch Teile der Löwenschen Sammlung in einem separaten Raum präsentiert wurden.

Der damalige Museumsdirektor hatte dabei den Versuch unternommen, die schönsten Objekte daraus zu nummerieren und in einer speziellen Liste aufzunehmen. Bei den Gemälden gehörte unter anderem auch das kleine Lutherbildnis aus der Schule von Lucas Cranach dazu.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden auch die Zeiten für das Stralsunder Museum unsicher. Ab 12. April 1942 blieb es endgültig zu und die wertvollsten Bestände lagerte man vorsorglich aus.

Erst am 9. November 1946 sollte das Museum wieder teilweise geöffnet werden. Ab 1. Juli 1951 waren alle Ausstellungsbereiche für die Besucher wieder zugänglich. Teile der Löwenschen Sammlung wurden dabei in die Stadtgeschichtliche Ausstellung integriert und der Name Axel Graf von Löwen war bei Museumsführungen von nun an immer präsent.

Eine weitere wissenschaftliche Aufarbeitung des Löwenschen Erbes erfolgte jedoch erst in den 1990er Jahren. Seither wird ein spezielles „Löwen-Kabinett“ in den Ausstellungen des Katharinenklosters gezeigt.

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