Aktuelles aus dem STRALSUND MUSEUM

Rudolf Baier

Museum als Leidenschaft 

2018 jährt sich der Geburtstag des ersten Stralsunder Museumsdirektors zum 200. Mal. Die Rede ist von Rudolf Baier, der am 4. Februar 1818 in Kampe auf Rügen als Sohn eines Gutspächters das Licht der Welt erblickte. Bereits in seinem Elternhaus wurde ihm das Interesse an Altertümern aber auch an Sagen und Märchen seiner Heimat mit auf den Weg gegeben. Nachdem seine Familie 1827 in Stralsund ansässig wurde, besuchte der inzwischen Neunjährige das im Katharinenkloster untergebrachte Sundische Gymnasium. Hier bekam er dann zehn Jahre später auch sein Reifezeugnis. 

Anfangs begann Rudolf Baier an der Greifswalder Universität Theologie zu studieren, wechselte jedoch alsbald zur Philologie und setzte sein Studium erst in Leipzig, später in Berlin fort. Hier nutzte er nicht nur intensiv die Königliche Bibliothek, um sich zeitgenössischer Literatur, Reiseerzählungen und völkerkundlichen Berichten zu widmen, sondern er machte auch die Bekanntschaft von Bettina von Arnim. Ohne sein Studium zu beenden, begann Rudolf Baier sie bei der Neufassung des „Knaben Wunderhorn“, herausgegeben von ihrem bereits verstorbenen Mann Achim von Arnim, zu unterstützen. Diese Zusammenarbeit währte drei Jahre, in denen er zwei von vier geplanten Büchern fertigstellte.

1846 kehrte Baier nach Stralsund zurück. Wieder zuhause arbeitete er anfangs als Korrespondent für lokale Zeitungen und als Lehrer an Privatschulen. Dank seines großen historischen Interesses verfolgte er aufmerksam Berichte von immer wieder vorkommenden altertümlichen Bodenfunden, speziell auf Rügen. Als Rudolf Baier vom Verkauf einer für die Region bedeutsamen Privatsammlung ins Ausland erfuhr, startete er mehrfach Aufrufe in der Stralsundischen Zeitung zur Einrichtung eines Museums. Mit Gleichgesinnten gründete er 1858 schließlich einen Museumsverein. Und bereits ein Jahr später öffnete im Rathaus das Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen seine Türen. Rudolf Baier wurde dessen erster Direktor und übte diese Funktion bis ans Lebensende im Jahre 1907 aus.

Seinem unermüdlichen Wirken verdankt Stralsund nicht nur das älteste kulturhistorische Museum Mecklenburg-Vorpommerns, das heutige STRALSUND MUSEUM, ihm verdankt die Hansestadt auch einen Museumsschatz von internationalem Rang. Schließlich war es Rudolf Baier, der dafür Sorge getragen hat, dass die 16 auf Hiddensee gefundenen Schmuckstücke aus der Wikingerzeit – bekannt als der legendäre „Goldschmuck von Hiddensee“ – ins Museum kamen, wo sie noch immer das Highlight der Schausammlung sind. 

Vom 20. Januar bis zum 8. April lädt das STRALSUND MUSEUM zur Sonderausstellung ins Katharinenkloster ein. Mit ihr werden die Person Rudolf Baier und seine Verdienste für die Stadt gewürdigt. 

Text/ Foto: STRALSUND MUSEUM

Stargard, Stralsund, Gryfino

Trialog in der bildenden Kunst 

Bildende Künstler der Hansestadt Stralsund werden gemeinsam mit Kunstschaffenden der polnischen Städte Stargard und Gryfino vom 11. November an bis zum 15. April 2018 im STRALSUND MUSEUM eine repräsentative Gemeinschaftsausstellung zeigen. Die Bandbreite der Arbeiten reicht dabei von realistischen über expressive bis hin zu abstrakten Exponaten der Malerei, Kalligraphie, Bildhauerei und Objektkunst.

Die bildenden Künstler aus Stralsund (Anita Riechert, Gieselheid Tröster, Dr. Franz-Albert Tröster und Raik Vicent) konnten sich bereits im Februar/März 2017 mit ihren Arbeiten auf Einladung des Brama-Kunstvereins in der polnischen Stadt Stargard einem kunstinteressierten Publikum stellen. Mit dieser Ausstellung konnte die bereits im Jahre 2002 zwischen dem Pommerschen Künstlerbund und polnischen Künstlern der Region Szczecin beschlossene Zusammenarbeit auf dem Gebiet der bildenden Kunst wiederbelebt werden. Zugleich trug diese Exposition zur Vertiefung der Beziehungen zwischen den Partnerstädten Stralsund und Stargard auf dem Sektor der bildenden Kunst bei.

Die vier Stralsunder Künstler fühlen sich als Mitglieder des Pommerschen Künstlerbundes besonders der Gestaltung der regionalen historischen, landschaftlichen, kulturellen und sozialen Themen verpflichtet und wollen den Blick der Menschen darauf mit künstlerischen Mitteln schärfen. Dieser länderübergreifende Kulturaustausch von bildenden Künstlern der Hansestadt Stralsund mit den polnischen Künstlern aus Stargard Edyta Olejarz, Patrycja Mroz, Andrzej Kowalski, Ludmila Sabadini sowie aus Gryfino Karina Tyła, Małgorzata Ragan, Ella Stasiak und Monika Kuriata befördert die Verbundenheit und Liebe der ausstellenden Künstler zur Euroregion Pomerania. Der besondere Reiz dieser Ausstellungen im STRALSUND MUSEUM wird durch die Vielfalt der künstlerischen Handschriften zum Ausdruck kommen und hoffentlich zu einem intensiven Gedankenaustausch anregen.

Der kunstinteressierte Besucher kann gespannt darauf sein, wie sich die Künstler dem jeweiligen Thema angenähert haben und wie die einzelnen Exponate miteinander korrespondieren. Zur Vernissage am 10. November um 18 Uhr im Katharinenkloster werden die Besucher die Möglichkeit haben, mit den anwesenden Künstlern ins Gespräch zu kommen.

(Text: Dr. Franz-Albert Tröster)

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